Beschäftigungsgelegenheiten

Beschäftigungsgelegenheiten für Asylbewerber und Flüchtlinge

Mit einem Beschäftigungsangebot für Migranten, Asylbewerber und Flüchtlinge wird das BBW ab April 2015 ein Angebot schaffen, das mehreren Aspekten einer verantwortungsvollen und humanitären Flüchtlingspolitik vor Ort gerecht werden kann. Relativ frühzeitige Beschäftigungsgelegenheiten für Asylbewerber und Flüchtlinge können einen wichtigen Beitrag leisten, auf Seiten der Bevölkerung Ängste abzubauen und die Akzeptanz für die Flüchtlinge zu stärken. Der durch regelmäßige Beschäftigung vorgegebene Rahmen hilft den Flüchtlingen selbst Orientierung zu finden und einen strukturierten und mit festen Abläufen verbundenen Tagesablauf zu erhalten. Die Einbindung in feste Abläufe hilft den Flüchtlingen die z. T. schrecklichen Erlebnisse in ihrer Dominanz ggf. zurückzudrängen. Das Angebot soll sich an männliche und weibliche Flüchtlinge richten, wobei die Erfahrung zeigt, dass es regelmäßig einfacher ist, für Männer entsprechende Beschäftigungsgelegenheiten zu finden als für Frauen, da der rechtliche Rahmen insgesamt nur eine eingeschränkte Einsatzfähigkeit bietet.

Das Projekt "Zweifach helfen" ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. Die bereits über Jahre gewonnene Erfahrung des BBW und seine Kontakte in aktuelle Netzwerke stellen eine gute Ausgangsbasis für die Akquise der neu zu gewinnenden Beschäftigungsstellen dar. Die Durchführung erfolgt in Anlehnung an das Angebot 'Arbeitsgelegenheiten' nach § 16 d SGB II. Damit wird sich das Angebot auf kommunale, kirchliche, gemeinnützige und/oder staatliche Träger konzentrieren, denn nach wie vor dürfen diese Tätigkeiten keine Konkurrenz zum allgemeinen Arbeitsmarkt auslösen. In Betracht kommen daher Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich der kommunalen Bauhöfe, der Landschaftspflege, Tierheimen, in kirchlich getragenen Aktivitäten (wie z. B. Internationales Cafe), in Umweltschutzmaßnahmen (wie z. B. der Deichpflege), naturnahen Vereinen (z. B. BUND-Projekte, Natureum) oder diakonischen Einrichtungen (z. B. Die Tafel). Denkbar wären auch Maßnahmen in Pflegeinrichtungen oder Kinderbetreuungseinrichtungen. Für diese Bereiche ist eine Umsetzungsmöglichkeit aber noch näher zu prüfen. Über die Beschäftigungsstellen sollen die Teilnehmer Arbeitsfelder und arbeitsmarktrelevante Tätigkeiten kennenlernen, die zu einem späteren Zeitpunkt bei Erfüllung aufenthaltsrechtlicher Voraussetzungen auch in echte Beschäftigung münden könnten. Gleichzeitig kann eine Beschäftigungsmöglichkeit generell die Motivation zum Lernen der deutschen Sprache fördern, da Sprache auch im Berufsleben ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg ist.

Angestrebt wird im Laufe eines Jahres 100 Beschäftigungsstellen zu schaffen. Einführende Gespräche mit den Teilnehmenden dienen dazu, eine individuell passende Beschäftigungsstelle zu finden. Die Teilnahme an diesen Beschäftigungsstellen ist für die Flüchtlinge und Asylbewerber freiwillig. Aufgrund der guten Vernetzung des vorgesehenen Personals wird das zur Verfügung stehende Netzwerk intensiv eingebunden.

Weitere Informationen finden sich auch auf der Homepage www.zweifach-helfen.bbw-cadenberge.de . Hier finden Sie Ansprechpartner, aktuelle Hinweise, Pressemeldungen und auch Formblätter sowie ein Kontaktformular. Unterstützende Maßnahmen im Projekt "Zweifach helfen" werden die Förderung der sprachlichen Kompetenz sein; hierzu hat das BBW einen entsprechenden Sprach-Kurzkurs "Grundkurs Deutsch und Erstorientierung" passgenau entwickelt.

Fahrräder aus der Fahrradwerkstatt "Dat Werkhus" des BBW in Cadenberge geben den Teilnehmern Mobilität und zugleich individuellen Bewegungsfreiraum auch außerhalb des Beschäftigungsangebotes. Hier sind zusätzlich weitere Fahrradsammelaktionen mit dem Landrat und/oder dem Superintendenten des Kirchenkreises Stade geplant. Fahrradspenden werden aber jederzeit unter der E-mail-Adresse Zweifach-helfen(at)bbw-cadenberge.de entgegengenommen.

Die Beschäftigungszeiten sollen insgesamt 20 Stunden je Woche nicht überschreiten. Die Teilnehmer an diesem Beschäftigungsangebot erhalten nach § 5 Abs. 2 AsylbLG eine Vergütung in Höhe von 1,05 € je geleisteter Stunde. Parallel dazu werden in begrenztem Umfang (in Abhängigkeit von der Finanzierung über den Landkreis) Kurz-Sprachkurse angeboten werden. Das BBW will im Interesse einer gleichberechtigten Teilhabe an fördernden Angeboten Sprachkurse zunächst gezielt in den ländlich strukturierten Bereichen des Landkreises anbieten.

Das BBW wird dem Landkreis Stade regelmäßig über seine Arbeit im Projekt "Zweifach helfen" berichten. Informationen über das Projekt finden Sie auch auf unserer Homepage.

Erfahrungen aus der haupt- und ehrenamtlichen Arbeit zeigen ganz deutlich, dass die Erlernung der deutschen Sprache der zentrale Angelpunkt für eine erfolgreiche Integration ist. Mittel hierfür sind aber nur in begrenztem Umfang verfügbar. Insofern sind weitere Mittel zur Förderung der Sprachkompetenzen wertvoll und hilfreich.